Steamforged Empires - Eine Einleitung PDF Print E-mail
Written by Martin   
Friday, 18 July 2014 15:20

 

Die Welt war nicht mehr dieselbe, seit vor fast einhundert Jahren die Separationsabsichten in den britischen Kolonien von Neu-England blutig niedergeschlagen worden waren. Der Wunsch nach Freiheit war immer stark in den Menschen gewesen; doch was bedeutet Freiheit, wenn man sie mit Gewalt erkämpfen und später mit noch mehr Gewalt verteidigen muss?

Sicherlich war auch der Wunsch der Franzosen nach Freiheit stark, als sie ihr Land in die Revolution stürzten, doch wie so oft folgte auf zivilen Ungehorsam der nächste Diktator, der den noblen Gedanken tötete und zuließ, dass die Revolution ihre Kinder fraß. Nach fast zwanzig Jahren Krieg in Europa waren alte Allianzen zerschmettert, Grenzen neu gesetzt und ganze Länder verschwunden. Der Krieg brachte zwar Fortschritt, aber auch namenloses Grauen.

Es ist schwer zu sagen, wer als Sieger aus den Kämpfen hervorging. Das Zeitalter der Imperien begann. Großbritannien war mächtiger als jemals zuvor, das preußische Kaiserreich stand allerdings in kaum etwas nach. An der neuen Grenze zwischen den beiden Großmächten, die quer durch das ehemalige, nun aufgeteilte Frankenreich verlief, würde nur selten ein Tag ohne Blutvergießen vergehen. Doch auch die kleineren Reiche wollten über einen Teil der Alten Welt verfügen. Groß-Österreich und Russland auf der einen Seite sowie das Iberische Königreich und die neoromanische Republik im Süden drängten ebenfalls nach Macht und Wohlstand.

 

Während die Maschinen das Laufen lernten, die Welt erste Luftschlachten und Kavallerieeinheiten ohne Pferde erleben durfte, änderte sich für den eigentlichen Menschen nicht viel. Noch immer wurde sein Leben von Anderen bestimmt und viele arbeiteten sich in den Fabriken der industriellen Revolution zu Tode. Immerhin, so fanden die meisten, war die Arbeit fürs Vaterland und wenn man nicht für seinen eigenen Wohlstand sorgen konnte, dann doch immerhin dafür, dass es Königen und Kaisern gut ging. Doch nicht alle teilten diese Meinung.

Natürlich gab es Versuche des Umsturzes und des Bruchs mit den alten Konventionen. Die Saat der Freiheit war gesät worden und begann schnell zu wachsen. Diejenigen, die sich für auserwählt hielten, die Welt in eine neue Zeit frei von Unterdrückung zu steuern, mussten alsbald erkennen, dass die regierenden Mächte dies nicht erlauben würden. Mitte des neunzehnten Jahrhunderts wurden weltweite Proteste, die unter dem Namen 'Freiheit dem Volk' liefen, mit roher Gewalt niedergeschlagen.

 

Unter Volldampf entwickelte sich währenddessen die neue Technik weiter, die im großen Krieg aufgetaucht war. Neue, von hocheffektiven Dampfmaschinen befeuerten Schiffe und Eisenbahnen durchkreuzten Meere und Länder, und die nach französischem Vorbild nachgebauten Luftschiffe wurden ein üblicher Anblick am Himmel. Selbst dampfbetriebene Kutschen, Lokomobile genannt, wurden mehr und mehr ein Teil des gewöhnlichen Alltags.

Das neunzehnte Jahrhundert würde als Jahrhundert der Technik in die Annalen der Geschichte eingehen, dessen war man überzeugt. Der Bau der Analytical Engine in London wurde zum Startpunkt eines technologischen Wettrüstens, in dem die Preußen den Briten nichts schenkten. Mit Hilfe der neuartigen lochkartenbetriebenen Rechenmaschinen schien nichts mehr unmöglich zu sein und jedes Jahr entstanden neue dampfbetriebene Wunder der Technik.

Last Updated on Friday, 18 July 2014 15:24